Über mich......

.... möchte ich gar nicht viel sagen.

Nur soviel:

Mein Name ist Ina Stühmer und ich lebe mit meinem Mann, meinen drei Töchtern und meinen zwei Bollis in Bochum.

 

Viele werden sich sicher fragen, wie jemand, der nicht züchtet dazu kommt, eine Seite wie diese zu betreiben.

 

Das ist eine lange Geschichte.

 

Zunächst einmal habe ich schon immer Interesse an medizinischen Themen gehabt und mit drei Kindern gibt es da im Laufe der Jahr eine Menge Fragen, die sich auftun und die sich dank des Internets, heute gut recherchieren lassen.

 

Dann hatte auch ich einmal die Idee selber zu züchten.

Für mich war aber von Anfang an klar, dass es dazu umfangreicher Kenntnisse bedarf und ich habe begonnen mich einzulesen.

 

Hinzu kam, dass ich auch von den Erfahrungen, die die Züchterin meiner eigenen Hündin machen musste, profitieren konnte.

Diese Erfahrungen haben mir zum ersten Mal die Augen geöffnet, dass in der Zucht nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen ist.

Dass es in der Zucht immer wieder Rückschläge geben wird, war mir klar.

Allerdings war ich damals noch so naiv zu glauben, dass ein Hund, der Papiere besitzt, unter strengen Kontrollen gezüchtet wird und dass Züchter, die sich solchen Kontrollen unterwerfen grundsätzlich ein Interesse haben, die Rasse zu verbessern.

Die Züchterin meiner Hündin belehrte mich dort aber zum ersten Mal eines Besseren.

In ihrer Zucht trat eine erblich bedingte Augenerkrankung auf.

Zunächst wurde dies bei einem Welpen aus der Zucht festgestellt und nach Kontrolle stellte sich heraus, dass auch die Mutter des Welpen diese Erkrankung hatte.

Niemand konnte das vorher Ahnen, da es vorher nicht bekannt war, dass es diese erbliche Krankheit beim Bolonka überhaupt gibt.

Meine Züchterin ging aber vorbildlich vor.

Sie nahm die Hündin sofort aus der Zucht und versuchte unter den Züchtern ein Bewusstsein für die Existenz dieser Krankheit zu schaffen.

Dabei stieß sie auf wenig Gegenliebe.

Viele Züchter hatten kein Interesse, dass an die Öffentlichkeit gerät, dass es überhaupt Krankheiten beim Bolonka gibt.

Sie empfanden es als rufschädigend und behandelten die ehrliche Züchterin als Nestbeschmutzer.

Der Bolonka war damals noch nicht so bekannt, wie er es heute ist und im Internet war überall zu lesen, dass es sich um eine sehr gesunde Rasse handelt.

Im Prinzip waren dies aber alles Aussagen von Züchtern, die man eher unter Werbung verbuchen sollte.

In Wirklichkeit ist der Bolonka nicht gesünder oder kränker, als andere Rassen auch.

Das Problem an der Sache ist, dass, sobald Krankheiten auftauchen, man sich auch Gedanken um sinnvolle Verpaarungen machen muss.

Dies war aber lange nicht bei allen Züchtern Gang und Gebe.( Zu den Gründen lesen sie in Exit 1.)

Solange man leugnet, dass es bei einer Rasse überhaupt Krankheiten gibt, reicht es natürlich zwei süße Hunde miteinander zu verpaaren.

Dies ist aber Lug und Trug.

Statistisch gesehen trägt jeder Hund im Schnitt 5 Gendefekte mit sich herum.

Das ist beim Bolonka nicht anders als bei anderen Rassen.

Deshalb bedarf es ja Züchter, die sich mit diesen Dingen auskennen und ihr bestes geben, das Auftretten solcher Defekte, so gut es geht zu verhindern. Alles andere ist lediglich vermehren.

 

Es sei aber auch noch angemerkt, dass es natürlich auch einige andere Züchter gab, die das Auftretten der Augenerkrankung, in der Zucht dieser Züchterin, durchaus ernst genommen haben und entsprechend reagiert haben und auch ihre Hunde haben testen lassen.

 

Eines war nach dieser hitzigen Diskussion über das Thema allerdings klar geworden.

Es gibt unter den Züchtern zwei Lager.

Diese Lager gibt es bis heute und man ist sich bis heute gegenseitig nicht wohl gesonnen.

Dies wird hier noch häufig Thema sein und ist einer der Hauptgründe, dass es diese Seite überhaupt gibt.

Würden alle Züchter, zumindest, wenn es um die Gesundheit der Rasse geht, an einem Strang ziehen, wären Hompages wie diese überflüssig.

 

Dies alles gab mir sehr zu denken.

 

Es war aber noch nicht der Punkt, an dem ich bereit war mich dort (,als damals noch angehende Züchterin, die ich aber letztendlich nie geworden bin,) einzumischen.

 

Dann kam es so, dass eine Freundin von mir einen Bolli bei einer Züchterin kauft, mit dem sie selber gerne gezüchtet hätte.

Doch es kam alles anders.

Auch bei diesem Hund offenbarte sich schnell eine erbliche Krankheit.

In diesem Fall ließ die Reaktion der Züchterin allerdings sehr zu wünschen übrig.

Zu den genauen Umständen möchte ich hier lieber gar nichts schreiben.

Nur so viel, dass der Züchterin die Erkrankung in ihrer Zuchtlinie durchaus bekannt war und sie auch im Anschluss, entgegen ihrer Behauptung, mit dem Träger weiter gezüchtet hat.

Für meine Freundin war es eine sehr tränenreiche Zeit und sie weiß, dass die Lebenserwartung ihres Hundes sehr begrenzt sein wird und dass dieser Hund nie so einfach in den Alltag einzubinden sein wird, wie ein gesunder Hund.

 

Später gab es dann auf diversen Verkaufsplattformen im Internet Anzeigen einer Züchterin, dass ihr durch die Einkreuzung des Chihuahuas gelungen sei, die ersten Bolonkas in der Farbe Merle zu züchten.

Merle ist aber nicht einfach nur eine Farbe, sondern ein nicht unbedenklicher Gendefekt, der auch andere schlimme Folgen haben kann.

Dies brachte das Fass bei mir zum überlaufen und kurz entschlossen schrieb ich auf meiner Homepage einen Bericht über Merle, um aufzuklären und so gut es geht, die Verbreitung zu stoppen.

Den Link zu dieser Seite schickte ich fast allen Züchtern, die ich im Netz finden konnte.

Über eine Empfehlung kam ich dann in ein Bolonka-Forum, in dem Merle auch grade Thema war.

Ich vernetzte mich dort mit einigen Leuten und daraus entstand dann die Homepage „Gegen Merle beim Bolonka“.

 

So kam ich wie die Jungfrau zum Kind und das Thema der Rassegesundheit beim Bolonka wurde immer mehr zu meinem Thema.

Wieder durch Zufall und über Leute, die ebenfalls an diesem Thema interessiert sind, kam es dann zu einer Mitarbeit an der ersten Bolonka Datenbank und heute bin ich nun hier gelandet, bei meinem eigenen Blog zur Rassegesundheit des Bolonka.

Ich hoffe , hier in Zukunft sowohl bei Züchtern, als auch bei Liebhabern, manchen Denkanstoß geben zu können.

Natürlich ist mir aber auch klar, dass nicht alle meine Artikel, bei allen auf Gegenliebe stoßen werden.

 

In meinen Augen ist Aufklärung der einzige Weg, der den Bolonka in eine gesunde, bzw. gesündere Zukunft führen kann.

Vermehrer sind schlimm, outen sich aber oft selber sehr schnell.

Schlimmer sind die Diletanten, die es ach so gut meinen.

 

Ein kluger Mann namens Kurt Tucholsky hat einmal gesagt:

 

(Zitat)

Das Gegenteil von Gut ist nicht Böse, sondern gut gemeint.

 

Auch das wird hier noch häufig Thema werden.

 

Ina Stühmer